Fake- Check: Die FV LLL'ler können dies bisher nicht ausschließen.
 
Geschrieben von BluestBlueEver   
Mittwoch, 15. Juni 2016
Letzte Aktualisierung
Mittwoch, 15. Juni 2016

Userbeiträge / Liebe
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Lebenslinien und verpasste Gelegenheiten

Ich muss zugeben: Meine lieben Mitmenschen und Wegbegleiter machen mich manchmal wahnsinnig ....und lassen mich verwundert und ratlos zurück!
Immer wieder passiert es mir, dass ich einen Menschen kennenlerne (früher in der Schule, Ausbildung, Uni oder Arbeit) - ich finde sie oder ihn sympatisch - man freundet sich an - man lacht und feiert zusammen, lebt zusammen in WGs, arbeitet zusammen, sieht sich jast jeden Tag.
Aber alles rein freundschaftlich - jedenfalls dachte ich das.
Denn: Schließlich hatte sie ja einen festen Freund, meine er, schwul zu sein, ein anderer war immer zurückhalted, eine andere war verheiratet und wollte gar keine Verwirrungen ...
Und dann - manchmal Jahre später stellt sich herraus, dass sie alle mehr als Freunschaft wollten - und ich wäre gar nicht abgeneigt gewesen.....!!
Keiner hat was gesagt, oder geschrieben oder auch nur angedeutet....
Oder hab ich es nicht gesehen, nicht gehört, nicht gefühlt?
Es war fast immer so, dass die sex. Orintierung nicht eindeutig war - ist sie das überhaupt jemals?
Mein bester Freund damals dachte, ich sei lesbisch - und meine Arbeitskollegin dachte ich sei hetero, weil ich verheiratet war/bin. Und ich dachte über sie das gleiche, weil sie einen Freund hatte....jetzt ist sie mit einer Frau zusammen und ich kapier endlich diese Umarmung nach der Weihnachtsfeier, bei der sie Tränen in den Augen hatte...
Das macht mich wahnsinnig und traurig....all diese verpassten Gelegenheiten.
Macht ja aber auch keinen Sinn zu fragen: war wäre wenn...?
Es ist wohl doch schwer, zu sagen: Ich mag dich - sogar sehr!
Stattdessen taxiert man herum, macht Vermutungen, und kommt oft zu den falschen Schlüssen. Und die Freundschaft ist dann eh futsch.... Das könnte man sich doch alles sparen, wenn man offener miteinander umgige ... aber wer tut das schon. Vor allem wenn man sowiso schon so eng zusammen ist... klingt paradox, ist aber so.
Wie kommt man aus dem Dilemma?!
Thomas   |15.06.2016; 16:01:50
 
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Hallo BluestBlue,

das ist nun wahrlich kein Trost, aber das, was du da beschreibst, ist in 'normalen' (Ogott, wie ich diese Wort hasse...) Beziehungen keinen Deut anders. Der/die eine denkt, sie würde sich quasi schon nackig vor dem/der Angebeteten räkeln und ihm/ihr ganze Lattenzäune überbraten, und der/diejenige kriegt davon einfach nichts mit.

Zitat:
Wie kommt man aus dem Dilemma?!

Wenn du darauf die Antwort findest, dann kannst du getrost eine Religion gründen.

Aber im Ernst: Soweit ich sehe, kann man nicht viel mehr tun, als mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Das klingt banal, ist aber eigentlich schon recht viel. Man ist ja dann doch oft sehr mit sich selbst beschäftigt. Oder ist eben auch selber nicht so klar, wie man eigentlich annimmt oder sein möchte. Und manchmal müsste man oder der/die andere einfach Gedanken lesen können. Klar, Kommunikation hilft, sehr sogar. Aber trotzdem wirst du damit nicht ein für allemal alle Missverständnisse vermeiden können.

- Thomas
Fen   |15.06.2016; 16:17:21
 
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Das Dilemma kenne ich. Alles was mir dazu einfällt ist, selber ehrlich und verbindlich zu sein. Selbst das ist kein Patentrezept ist.
Ruhrpottler   |16.06.2016; 20:47:44
 
Fake- Check: Die FV LLL'ler können dies bisher nicht ausschließen.
 
Ich glaube, meine wichtigste Anmerkung zum Eingangsposting ist, dass man verpassten Gelegenheiten nicht nachtrauern muss. Man hat in früheren Zeiten aus ganz bestimmten Gründen so gehandelt und es ist möglich, das auch mit dem heutigen, besseren Wissen als damals angemessene Entscheidung zu akzeptiern. Umgekehrt könnte man auch behaupten, dass eine andere Entscheidung womöglich viel Porzellan zerschlagen oder zu einer desaströsen Beziehung geführt hätte. Man WEISS das aber nicht.

Das Leben besteht aus Millionen von kleinen und großen Entscheidungen. Dabei lernen wir permanent dazu und entwickeln unsere Entscheidungsfähigkeit erst im Laufe der Zeit in unterschiedliche Richtungen weiter. Wir werden möglicherweise mutiger, vermutlich aber auch sicherer in unseren Entscheidungen.

Soll heißen: Mach es jetzt, wo du es besser weißt, anders. Es gibt noch unzählige weitere Möglichkeiten sich zu entscheiden.

Mach das beste draus. Und schimpfe nicht auf den Menschen, der du damals warst. Er hat's nicht besser gewusst.
EinzigEine   |19.06.2016; 09:05:22
 
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Ich denke auch, es nützt nichts, den verpassten Gelegenheiten hinterher zu trauern ... weil es nix ändert. Ein Patentrezept habe ich auch nicht und das hat wohl niemand. Mir ist in den letzten Jahren bewusst geworden, dass es hilfreich ist, meine eigenen Gefühle nicht immer zu verbergen, sondern auch mal zu zeigen. Das hat nichts mit Schwäche zu tun, weil es viel Stärke braucht.
frato   |30.05.2017; 14:33:11
 
Fake- Check: Die FV LLL'ler können dies bisher nicht ausschließen.
 
Jder entscheidet doch, immer richtig.
denn wenn es falsch wäre, täte er oder sie doch anders handeln,

Nur Politiker handeln oft gegen ihr eigenes Wissen, falsch
und verkaufen es für ihre richtige Entscheidung-

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 15. Juni 2016 )  
Polyamor >