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Geschrieben von Mac   
Dienstag, 15. Mai 2007
Letzte Aktualisierung
Montag, 27. August 2012

Bonusmeilen / Männer
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Meine Meilen

Das mir auch die eigene Seite gefällt, fiel mir mit 14 auf. Ich hatte einen sehr guten Freund, bei dem ein Augenkontakt zur Verständigung gereicht hat. Mit der Zeit gingen meine Phantasien etwas weiter, über die bloße Freundschaft hinaus.
Schule beendet, Ausbildung irgendwo bei Magdeburg, er in Berlin. Kurze Treffen zwischendurch, wir verloren uns einfach aus den Augen.
Die Phantasien blieben...

Die Ausbildung war eine leicht chaotische Zeit. Die Auflösung der DDR spielte da mit hinein, inklusive dem dazugehörigem Wirrwarr. Für mehrere Jahre hatte ich schlichtweg keine Zeit und Gelegenheit, mich um Mann oder Frau zu kümmern.
Ich hatte zwar einige Übernachtungsaffären, gerade in meiner Zeit als Barkeeper am Wochenende, aber das war nicht wirklich das, was ich haben wollte. Und sie begrenzten sich außerdem ausschließlich auf Frauen. Die Männer waren in diesem Falle wohl das schwächere Geschlecht.
Mit 21 bekam ich dann die erste Chance, meine Phantasien in die Tat umzusetzen. Er hieß Uwe, war seit kurzem Stammgast der Kneipe und blieb bis zum Schluß, um mir dann einen Kuß zu geben.

Die "Kraft" bis 3:30 zu bleiben, hatte er sich mit jeder Menge Alkohol erkauft, was die "Kraft" an einer anderen, entscheidenden Stelle merklich schwinden ließ. Es blieb also bei dem Versuch. Trotzdem war es sehr aufregend und neu für mich. Intensive Berührungen, Streicheln, alles Dinge, die ich schon öfter erlebt hatte und trotzdem völlig fremd. Der Gedanke, "Dies ist jetzt ein Mann und keine Frau.", war für sich allein schon aufregend genug.
Die Kneipe machte dicht und ich zog von einer Arbeit zur anderen, mal mit Frau, mal ohne. Dann rief der Bund und ich fand mich mitten in meinen Phantasien wieder.

Nach 4 Jahren und dem Ende meiner Dienstzeit, wollte ich es endlich wissen. Ich suchte diverse Schwulen- Chats auf und verabredete mich kurz darauf mit Ludger. Uns beiden war von Anfang an klar, daß es sich dabei um eine einmalige Begegnung handeln würde, also der klassische One Night Stand. Nur halt mit einem Mann und mitten am Tag.
Um es kurz zu machen und nicht ins Pornographische zu verfallen... ich lief danach eine Woche lang mit einem Grinsen im Gesicht durch die Gegend.

Ich hatte meine Bestätigung und ich wollte mehr. Ich wollte meinen "eigenen" Mann. Also blieb ich in den Chats und suchte, suchte den, der mich ansprach. Weniger vom Aussehen, als mehr vom Charakter.
Am 30. April 2001 Lächelnd trafen wir uns das erste mal in Berlin. Er kam direkt aus Leipzig und was ich sah waren leuchtend, blaue Augen. Ein halbes Jahr später folgte der Umzug nach Leipzig und viele neue, schöne Eindrücke.

Nach anderthalb Jahren lernte ich meine neue Nachbarin kennen und es entwickelte sich etwas zwischen uns, parallel zu meinem Freund. Meine Freundin wußte von ihm, er leider nicht von ihr. Zu schnell, viel zu schnell kam es heraus und mein ganz persönlicher Streß begann. Und das alles nur aus dem einen Grund, daß ich glücklich war und dies auch zeigte. Ich hatte endlich beides in den Händen, wovon ich lange geträumt hatte. Mein großes Gefühl, etwas zu vermissen, nicht wirklich glücklich zu sein, war einfach weg. Es folgten lange Gespräche mit meinem Freund, in denen er das Warum erkundete, seine Suche nach meiner Schublade. Dann der Versuch, ein Leben zu dritt zu organisieren. Es war eigentlich strategisch günstig. Die Freundin lebte eine Etage tiefer und mein Freund auf der anderen Straßenseite. Und trotzdem hatte ich permanent das Gefühl, keine Zeit zu haben.
Es folgten mehr und mehr Gespräche zu dritt. Fragen nach meinen Vorstellungen, die ich nicht beantworten konnte, da es ja auch für mich das erste mal war. - Irgendwann avancierte der Satz "Wir müssen reden..." zu meinem ganz persönlichen Albtraum. - Und immer wieder Eifersucht. Mal von ihr, mal von ihm. Nach rund einem halben Jahr war alles vorbei und mit ihm auch mein Gefühl von Vollständigkeit. Ich zog mich zurück, ich konnte nicht mehr.

Nach 3 Jahren selbst verordneter Zwangspause lernte ich meine Freundin kennen. Praktischerweise über BiNe, aber dummerweise vom anderem Ende Deutschlands. Wir sind beide recht frei, was den dritten Partner angeht, Ob nun für sie oder für mich. Und ich denke, ich bin im Bi- Leben angekommen. Alleine das Wort Bisexuell als den für mich gültigen "Schrank" zu finden, wohlgemerkt durch meinen damaligen Freund, hat mir schon sehr geholfen. Ich konnte immer nur sagen: "Ich bin nicht schwul, ich bin nicht hetero." Aus irgendeinem Grund ist mir der Satz: "Ein bißchen Bi schadet nie." einfach nicht als für mich gültig in den Sinn gekommen. - Allerdings werde ich mir sehr genau überlegen, ob ich mir eine dauerhafte Dreierbeziehung noch einmal "antun" will.

Besucher   |20.05.2007; 14:14:12
Mich rührt deine Geschichte an. Ich fühle mich stark an die Zeit erinnert, in der ich die Beziehung zu meinem Mann und die Beziehung zu meiner damaligen Freundin gelebt habe...
Besucher   |18.04.2010; 17:46:29
ich hoffe, dass mir so etwas nicht passiert.
Ist viel zu viel Drama.
Ich hasse Drama.

Dir noch alles Gute! =)
Besucher   |30.11.2010; 16:28:10
Danke für deine Geschichte! Schön, daß Du mit deinem Bi-Sein zumindest ein Gefühl von Identität gefunden hast. Daß es mit der Dreierbeziehung nicht klappen wollte und damit auch dein Gefühl von Vollständigkeit dahin war, ist dafür sehr tragisch. Ich wünsche dir, daß Du langfristig Zufriedenheit findest, egal in welcher Form das dann sein wird. Und hoffe dabei natürlich auch für mich selbst
Fen   |03.12.2010; 22:35:37
 
Fake- Check: 2 FV LLL'ler haben Fen  als echten User eingestuft.
 
Dieses Spannungsfeld einer 3-er-Beziehung hatte ich noch nicht, darf ich nicht und werde ich wohl auch nicht haben. Ein Traum bleibt es dennoch.
Mac  - I have a dream   |03.12.2010; 22:56:38
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Da wandel ich doch mal einen Spruch von mir etwas ab...

Die unerfüllten Wünsche, sind die schönsten Wünsche.
Voll von Illusionen, Träumen und Hoffnungen und frei von schmerzhaften Wahrheiten.

Bye Mac
Besucher   |29.12.2011; 12:40:53
Eine sehr abwechslungsreiches Leben welches Du dort beschreibst, wobei ich einige Parallelen zu meinem Leben gefunden habe.
Und ich gebe dir Recht, jeder Mensch sollte keinen anderen Menschen in eine Schublade stecken.......
..............es gibt einfach keine Schubladen.

Man sagt....." Jeder Jeck ist anders " !!!

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