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Freitag, 6. Juli 2007
Letzte Aktualisierung
Montag, 23. September 2013

Bonusmeilen / Frauen
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zwischen zwei Welten

Vor 10 Jahren begann ich eine intensive Freundschaft zu der Lehrerin meiner Tochter.
Die Gespräche wurden vertrauter und die Umarmungen inniger. Dennoch sprachen wir nicht über unser Näheempfinden. Wir blieben befreundet. Bis zu dem Tag, an dem mir ihr Mann einen Dreier anbot. Völlig verschüchtert zog ich mich zurück.

Nur langsam ließ ich die Erkenntnis zu, daß mich Frauen nicht nur emotional, sondern auch sexuell interessieren.
Die Sehnsucht nach der Nähe zu einer Frau wuchs.
Ich outete mich meinem Mann. Damit wollte ich ihm die Möglichkeit geben, mir in meinen Gedanken, Wünschen und inneren Kämpfen nahe zu sein. Mir war bewußt, daß dies für unsere Ehe eine Bewährungsprobe darstellte.

Vor 6 Jahren wagte ich den Schritt in eine Frauendisco. Allein. Das blieb ich den Abend auch. Innerlich blockiert rührte ich mich stundenlang nicht von der Stelle. Ich fühlte mich nicht dazugehörig.

Einige Wochen später verliebte ich mich in eine Frau aus unserem Chor. Wir hatten regelmäßigen Kontakt, der mir viel Raum für Träume und Fantasien bot.
Nach 4 Jahren schlug mir die Sehnsucht mit Fäusten ins Gesicht. Ich gestand ihr meine Gefühle. Sie reagierte überrascht und lehnte ab. Seitdem versuchen wir uns freundschaftlich zu begegnen...

Im April 2005 las ich in der Tageszeitung eine Annonce unter der Rubrik "Sie sucht Sie". Der Anzeigentext sprach mich sehr an und ging mir nicht mehr aus dem Sinn.
6 Wochen lang setzte ich mich gedanklich mit der Vorstellung auseinander, mir meine Wünsche und Bedürfnisse außerhalb der Ehe zu erfüllen.
Dann erst antwortete ich ihr. Wir bauten über E-Mails, Briefe und Telefonate eine Nähe auf.
Anfang Juni trafen wir uns. Wir begannen, uns emotional aufeinander einzulassen.
Wir tauschten Blicke, Berührungen und Küsse aus, die wie kleine Stromstöße durch meinen Körper jagten. Ich entdeckte eine neue, sinnliche Seite an mir.

Trotz wundervoller Stunden trug ich schwer an der Verantwortung, meiner Ehe und der Beziehung gleichermaßen an liebevoller Aufmerksamkeit zu schenken. Ich pendelte zwischen zwei Welten.
Ich stand ständig unter Hochspannung, litt nachts unter Schlafstörungen...
Massive Schuldgefühle nagten an mir, weil es mir nicht gelang, körperliche Nähe zu meinem Mann zuzulassen. Ich fühlte mich innerlich zerrissen.
Ich wünsche mir weiterhin einen bewußten Umgang mit meiner Bisexualität, die mir ermöglicht, näher am Ich zu sein...

Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. September 2013 )  
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