Geschrieben von War mal da, jetzt weg...   
Donnerstag, 26. März 2009 um 07:56
Letzte Aktualisierung
Samstag, 16. April 2022 um 14:55

Vor 15 Jahren...

Ich hatte die Nase voll vom Krankenhaus.

Matthias schaute mich besorgt an, kontrollierte die Zeitabstände der Wehen und obwohl ich schon heftig atmete, weigerte ich mich den Weg zum Krankenhaus anzutreten...

Wir hatten ausgemacht, daß ich das Zeichen zum Aufbruch gebe. Aber ich hatte Angst, zu zeitig ins Krankenhaus zu kommen... deshalb zögerte ich es immer weiter hinaus.

Matthias erkannte den Ernst der Lage, schnappte unsere drei kleinen Kinder... brachte sie von der 5.Etage herunter ins Auto... flitzte dann wieder nach oben, um mich zu holen. Seine Frage, ob ich das schaffe, blieb unbeantwortet. Ich konnte nicht mehr sprechen...

Also ist er wieder runter, die Kinder aus dem Auto holen...

Elisabeth wurde 7.55 Uhr geboren. Ohne grelles Neonlicht. Ich war die Erste, die sie begrüßte...

Matthias verlor doch noch die Nerven und rief die SMH. Es kommt, wer Dienst hat. kann auch mal ein Zahnarzt sein...

Ich hatte starke Nachwehen, krümmte mich vor Schmerzen... der Arsch von Arzt nötigte mich, halbentbunden 5 Stockwerke runter zu gehen. Ich bin wohl mehr geschlichen...

Die Klinik kann, wenn eine Frau halbentbunden (Kind geboren, Plazenta noch nicht) dort erscheint, die Geburt voll abrechnen. Auch nach 15 Jahren bin ich noch wütend darüber!

 

Sooo, jetzt ist es 7.55 Uhr...

Kurzlink: lilelu.de/!3754
Besucher_in   |26.03.2009; 09:52:32
Die Abrechnung wäre mir da schnuppe, der Arzt hätte doch eine Hebamme rufen können, anstatt dich durch die Gegend zu hetzen, wenn alles ohne Komplikationen ablief. Oder kommt die nicht so schnell? Ich weiß das, da kinderlos, eben nicht.

Ein dickes Gratz für euch
Besucher_in   |26.03.2009; 12:50:20
Von den Gründen, mich halbentbunden mitzunehmen, erfuhr ich erst im Krankenhaus.
Wer den Krankenwagen ruft, riskiert immer die Einweisung.
Am Anfang der Schwangerschaft hatte ich meiner Ärztin gesagt, daß ich mein Baby zu Hause bekommen möchte. Ich weiß nicht, mit welchem Krankenhaus sie kooperierte, jedenfalls überschüttete sie mich mit ihren Reden über Risiken usw. Ich glaube, daß sich, zumindestens hier in Halle (Gruß an Martin) die Hausgeburt noch nicht durchgesetzt hatte.
Als der errechnete Geburtstermin überschritten war, mußte ich jeden zweiten Tag zum CTG (Herztonwehenschreiber) und zur Fruchtwasserspieglung. Alles ohne Befund, jedoch sollte ich mich wegen erhöhtem Blutdruck (den ich schon immer habe) sofort auf die Station legen.
Das habe ich einmal gemacht, 1990 bei meiner Tochter. Geburt nach Plan, wie mir später dämmerte. Ich bekam eine wehenfördernde Infusion, ohne das mein Körper oder mein Baby bereit zur Geburt waren. Künstliche Wehen, auf die sich der Körper nicht einstellen kann, sind schmerzhafter als natürliche. Meine Kraft war aufgebraucht. Ich beschloß, mich gegen das Zeug zu wehren. Alle Wehen gingen weg. Die Schwester erhöhte ungläubig die Dosis der Infusion... nix. Ich war "ausgestiegen", mich ging das alles nichts mehr an... und schlief erschöpft ein.

Oh, das ist wohl jetzt mein längster Beitrag, oder?
Besucher_in   |26.03.2009; 14:30:58
Da verstehe ich, daß Du die Nase vom Krankenhaus voll hattest. Ginge mir nicht anders. Gut, daß Du auf dich gehört hast. Risiken hat man bei einer Schwangerschaft und einer Geburt doch immer, im Krankenhaus / Klinik hat man inzwischen noch eine Portion resistenter Keime dazu. Bei sowas stellts mir sehr schnell die Borsten auf, alles braucht seine Zeit, eine Geburt nach Plan, nichts für mich. Klar ist es gut, bei Komplikationen Hilfe zu haben - aber wenn keine großen Probleme zu erwarten sind, weshalb dann solch ein Getöse und nicht alles seinen Gang gehen lassen, wie es gehen will?

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