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Wieso?
Eine Reise durch Indien
Manche Erlebnisse möchte man teilen und mitteilen.
Nach langer Überlegung mit viel Unsicherheit habe ich mich entschlossen, Details meiner Reise durch Südindien nicht nur Freunden zu berichten, sondern einen Fotovortrag zu erarbeiten, der mit Erlebnissen, Erzählungen und Tagebucheinträgen bestückt ist.
Es war ein hartes Stück Arbeit, den Vortrag vorzubereiten. Es war aber auch eine starke emotionale Rückkehr an Orte und in Situationen, die mich bewegt, berührt und manchmal auch erschüttert und durchgerüttelt haben.
Am Dienstag war dann die Premiere mit dem unsicheren Gefühl, ob meine Vorstellungen von einem Vortrag dem Publikum gefallen würde. Würden die Menschen so nah dran sein wollen? Sind die Aufzeichnungen des Tagebuchs zu persönlich? Und werde ich es überhaupt schaffen, auch die Stellen vorzulesen, die mich immer noch so bewegen, dass ich den Tränen nahe bin?
Ich bin es gewohnt, vor Menschen zu sprechen - doch ich bin nicht gewohnt, solch persönliche Informationen öffentlich zu machen. Anders würde es aber nicht funktionieren. Ich will, dass die Menschen ein bisschen fühlen, was ich fühlte. Ich will, dass sie ein bisschen erleben, was ich erlebte. Ich will meine Reise nicht hinter Jahreszahlen, Reiseführerinformationen und historischen Daten verstecken.
Dieser erste Test sollte in meiner Heimatstadt vor vielleicht 20-25 Menschen stattfinden. Gekommen sind 50. Der Raum ist voll. Zu Beginn meines Vortrags kann ich die Blätter nicht ruhig halten. Und ja, ich habe Angst.
Manche Erlebnisse möchte man teilen.
Obwohl im Chat einmal angedeutet, habe ich mich nicht getraut, hier im LLL eine Einladung zum Vortrag einzustellen. Zu groß war die Unsicherheit, welchen Wert die Präsentation meiner Reise tatsächlich darstellt.
Ich überziehe um eine halbe Stunde. 130 Minuten lang wechseln sich Fotos, Lesung und Erzählungen ab. Es fällt mir nicht leicht, mich kurz zu fassen.
Am Ende aber sehe ich ein strahlendes Publikum. Viele Menschen verabschieden sich persönlich von mir, mit glänzenden Augen, mit lächelnden Mündern und persönlichen Rückmeldungen.
Meine Welt ist auf fast alle Gäste wie eine Welle übergeschwappt.
Am Ende fließen dann doch die Tränen.
Denn es lohnt sich, den Sprung ins Unbekannte zu wagen, wenn man nur seinem Herzen folgt.
Diesen Abend möchte ich gerne an anderen Orten wiederholen, dann manche Erlebnisse möchte man teilen. Und wenn es noch einmal dazu kommt, gebe ich auch hier Bescheid.
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