

Dienstag, 6. Januar 2009 um 20:47
Letzte Aktualisierung
Samstag, 16. April 2022 um 15:01
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ges. Mac
Wieso?
Wieso?
Deutschland, ein Wintermärchen
Ein neues Jahr hat begonnen, es kehrt endlich wieder Normalität ein.
Keine Bäume mehr, die an diesen Stellen niemals gewachsen wären.
Berlin:
Eine Zwirbelkiefer durchbrach heute um 19:34 Uhr die Decke zwischen der 4 und 5 Etage in der Herrmann-Liese-Allee 34 (Charlottenburg). Die Besitzerin, eine sehr resolute, 84 jährige Frau, hatte sich zuvor jahrelang geweigert, den Kettensägeschein zu absolvieren, um ihren Baum zu stutzen. Diesen hatte sie 1956 als Kienzapfen erhalten, in eine Regentonne eingepflanzt und aus Kostengründen jedes Jahr als Weihnachtsbaum dekoriert.
Der Vermieter der Besitzerin hatte diese schon mehrmals erfolglos verklagt und mußte sich den Argumenten des Umweltschutzes und der Pflanzenliebe geschlagen geben. Die Richter stimmten der Besitzerin außerdem in dem Punkt zu, daß eine Zwirbelkiefer, an diesem Standort und in der Größe (3,43m) einmalig sei und allein deshalb schon unter Naturschutz gestellt werden müßte.
Kurz nach dem Durchbruch der Zwirbelkiefer, entflammte ein heftiger Streit um Nutzungsrechte, Schadensersatz für den zerstörten Weihnachtsstern und Mietkosten, zwischen der Besitzerin und ihrem Obermieter.
(Mac)
Kein Streß mehr, der eigentlich keiner ist. Kein "Paß auf, die Kugeln!". Keine Musik mehr, die nur für 3 Tage Bestand hat.
Köln:
Gestern wurde in Köln ein 43 Jahre alter Mann, unter dem Verdacht des Betruges, festgenommen. Er hatte in der Einkaufpassage "Domplatte" CD's mit ausschließlich Weihnachtsmusik angeboten und sie als neuartige Schallplatten angepriesen. Mehrere Käuferinnen und Käufer, die diesem Schwindel aufgesessen waren, alarmierten die Polizei, nachdem sie erfolglos versucht hatten, ihre CD- Schallplatten abzuspielen. Ein Käufer brach sogar unter Tränen zusammen, da er sich sehr auf einen Titel gefreut hatte und diesen nun nicht hören konnte.
Der Verkäufer wurde außerdem von einigen Passanten dabei beobachtet, wie er, offenbar sehr befriedigt, quer verlaufende Rillen mit seinen Fingernägeln in die Scheiben ritzte.
Ihn erwartet, bei einer Bestätigung der Verdachtsmomente, eine mehrjährige Haftstrafe wegen Betrugs und Verletzung des Urheberrechtes.
(Mac)
Und, wie sollte es anders sein, kein Winterdienst. Aber den gibt es ja auch nicht zu Weihnachten.
Wenn man dann, wie ich, von Köln nach Leipzig will, sollte man schon vorher an die Notfallversorgung denken, prüfen ob das Handy und der Tank voll sind und auf jeden Fall zur Toilette gehen. Es sei denn, man hat Appetit auf Karotten und Kohle.
Unterwegs muß man dann nur noch den, sich kreiselnden - lieber Busfahrer, das war kein Dreck, das war der pure Schnee - oder plötzlich vorbeizischenden Fahrzeugen ausweichen.
Alles in allem, nach knapp 7 Stunden Fahrt, einem steifen Nacken, Schmerzen in den Schultern, einem eingeschlafenen, rechten Bein und 2 x festfahren, eine Fahrt voller Vertrauen. Das Vertrauen darauf, daß in Deutschland alles geregelt ist und das, was sich nicht an die Regeln hält, erstmal ignoriert und am nächsten Tag von der Presse mit spektakulären Bildern und Geschichten untermalt wird.
Als wenn es so ungewöhnlich wäre, daß es im Januar schneit.
Die widerlich, nervende Zeit ist endlich vorbei. Auf ein gutes 2009.
Mac
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 16. April 2022 um 15:01 )
Keine Bäume mehr, die an diesen Stellen niemals gewachsen wären.
Berlin:
Eine Zwirbelkiefer durchbrach heute um 19:34 Uhr die Decke zwischen der 4 und 5 Etage in der Herrmann-Liese-Allee 34 (Charlottenburg). Die Besitzerin, eine sehr resolute, 84 jährige Frau, hatte sich zuvor jahrelang geweigert, den Kettensägeschein zu absolvieren, um ihren Baum zu stutzen. Diesen hatte sie 1956 als Kienzapfen erhalten, in eine Regentonne eingepflanzt und aus Kostengründen jedes Jahr als Weihnachtsbaum dekoriert.
Der Vermieter der Besitzerin hatte diese schon mehrmals erfolglos verklagt und mußte sich den Argumenten des Umweltschutzes und der Pflanzenliebe geschlagen geben. Die Richter stimmten der Besitzerin außerdem in dem Punkt zu, daß eine Zwirbelkiefer, an diesem Standort und in der Größe (3,43m) einmalig sei und allein deshalb schon unter Naturschutz gestellt werden müßte.
Kurz nach dem Durchbruch der Zwirbelkiefer, entflammte ein heftiger Streit um Nutzungsrechte, Schadensersatz für den zerstörten Weihnachtsstern und Mietkosten, zwischen der Besitzerin und ihrem Obermieter.
(Mac)
Kein Streß mehr, der eigentlich keiner ist. Kein "Paß auf, die Kugeln!". Keine Musik mehr, die nur für 3 Tage Bestand hat.
Köln:
Gestern wurde in Köln ein 43 Jahre alter Mann, unter dem Verdacht des Betruges, festgenommen. Er hatte in der Einkaufpassage "Domplatte" CD's mit ausschließlich Weihnachtsmusik angeboten und sie als neuartige Schallplatten angepriesen. Mehrere Käuferinnen und Käufer, die diesem Schwindel aufgesessen waren, alarmierten die Polizei, nachdem sie erfolglos versucht hatten, ihre CD- Schallplatten abzuspielen. Ein Käufer brach sogar unter Tränen zusammen, da er sich sehr auf einen Titel gefreut hatte und diesen nun nicht hören konnte.
Der Verkäufer wurde außerdem von einigen Passanten dabei beobachtet, wie er, offenbar sehr befriedigt, quer verlaufende Rillen mit seinen Fingernägeln in die Scheiben ritzte.
Ihn erwartet, bei einer Bestätigung der Verdachtsmomente, eine mehrjährige Haftstrafe wegen Betrugs und Verletzung des Urheberrechtes.
(Mac)
Und, wie sollte es anders sein, kein Winterdienst. Aber den gibt es ja auch nicht zu Weihnachten.
Wenn man dann, wie ich, von Köln nach Leipzig will, sollte man schon vorher an die Notfallversorgung denken, prüfen ob das Handy und der Tank voll sind und auf jeden Fall zur Toilette gehen. Es sei denn, man hat Appetit auf Karotten und Kohle.
Unterwegs muß man dann nur noch den, sich kreiselnden - lieber Busfahrer, das war kein Dreck, das war der pure Schnee - oder plötzlich vorbeizischenden Fahrzeugen ausweichen.
Alles in allem, nach knapp 7 Stunden Fahrt, einem steifen Nacken, Schmerzen in den Schultern, einem eingeschlafenen, rechten Bein und 2 x festfahren, eine Fahrt voller Vertrauen. Das Vertrauen darauf, daß in Deutschland alles geregelt ist und das, was sich nicht an die Regeln hält, erstmal ignoriert und am nächsten Tag von der Presse mit spektakulären Bildern und Geschichten untermalt wird.
Als wenn es so ungewöhnlich wäre, daß es im Januar schneit.
Die widerlich, nervende Zeit ist endlich vorbei. Auf ein gutes 2009.
Mac
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