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Samstag, 10. November 2007 um 23:54
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Donnerstag, 10. Mai 2012 um 23:03
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ges. Mac
Wieso?
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Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage...
Irgendwann kam doch mal die Frage auf, ob wir darüber schreiben möchten, warum bi, warum beide Geschlechter. Hier nun ein Versuch, es zu erklären:
Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, ob und warum bisexuelle Menschen sich nicht entscheiden können oder wollen, verhasple ich mich gerne in den Tiefen meiner eigenen Beschreibungen. Dabei halte ich die Antwort eigentlich für simpel, und lange suchen müsste ich auch nicht nach ihr.Wie ich an anderer Stelle schon einmal schrieb, mag ich den Sommer, den Herbst, den Frühling und den Winter gleichermaßen - jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz für mich. Ebenso fühle ich mich z.B. in kulturellen Dingen nicht an ein bestimmtes Genre gebunden. Es gibt leise, stille Filme, die ich mag, aber ebenso auch den ein oder anderen Hollywood-Blockbuster. Ich schaue Bollywoodfilme und gruseliges Kino. Ich gehe ins Kabarett und manchmal auch ins Theater. Ich habe Bekanntschaften mit ganz unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen. Ich lese Dokumentationen und Erfahrungsberichte genauso wie Science-Fiction- und Fantasy-Romane, Krimis oder Satiren. Musikalisch lasse ich mich gelegentlich per Radio vom Mainstream berieseln, dann wieder schalte ich zum Funkhaus Europa um oder auch zum Kultursender WDR5. Manchmal höre ich eine CD mit Heavy-Metal-Musik, kurz darauf wieder Balladen, Synthipop oder Klassik.
Findet nicht jeder Mensch in all seinen Lebensbereichen immer wieder Beispiele, wo eine Vorliebe die andere nicht ausschließt? Würde jemand auf Pizza verzichten, nur weil er gemerkt hat, dass Chop Suey ihm auch gut schmeckt? Würde jemand für immer dem Urlaub am Meer entsagen, weil er sich einmal beim Bergwandern in die wundervolle Natur und die grandiose Aussicht verliebt hat?
Und so ist es auch mit Freundschaften.
Menschen, mit denen ich mich verstehe, sind ganz unterschiedlich. Manche von ihnen kommen miteinander vielleicht gar nicht zurecht. Wichtig für meine Beziehungen ist aber nur, dass ICH mich wohl mit ihnen fühle. In der Liebe ist das ganz ähnlich. Ich kann heute ganz bewusst und selbstverständlich sagen, dass ich mehrere Menschen ganz unterschiedlichen Charakters liebe - und dies auch ganz unabhängig von Partnerschaft, Sexualität oder Wohnraumteilung. Ich empfinde das als eine Bereicherung.
Und in der Sexualität? Ich mag die Berührungen einer Frau ebenso wie die eines Mannes. Ich mag die Eigenheiten beider Geschlechter, ohne einem den absoluten Vorzug zu geben. Für mich ist das so normal wie die Pizza und das Chop Suey, so wie Programmkino und Blockbuster, wie Hardrock und Streichquartett. Allerdings liegen Pizza und Chop Suey nie zusammen auf dem Teller, ich höre nur eine Musik zur Zeit und schaue auch nicht mehrere Filme gleichzeitig. Ebenso gibt es bei mir für die verschiedenen Formen menschlicher Nähe unterschiedliche Zeiten.
Und für mich versteht sich von selbst, dass ich - wenn es um andere Menschen geht - sorgsam acht gebe. Ich entscheide selbst, was ich gerade esse oder welche Musik ich hören möchte. Einem anderen Menschen möchte ich diese Vorlieben nicht fraglos aufzwingen. Und Bisexualität in einer Partnerschaft ohne die Unterstützung der Partnerin zu leben, sie also gegen ihren Wunsch an meiner "zweiten Sexualität" teilhaben zu lassen, halte ich für falsch. Man müsste sowohl achtsam auf sich selbst, wohl aber auch auf die beteiligten Personen schauen, denn ich würde mir wünschen, dass alle gut mit der Situation zurechtkommen.
Falls das nicht geht, würde ich lieber genau abwägen und dann entscheiden, ob die Beziehung wichtiger ist oder aber der nicht erlebte Teil meiner Sexualität. An beidem festzuhalten, wenn sie sich nicht miteinander vertragen, würde mich auf Dauer nur belasten.
W/Q
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