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Soziale Prägung
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Beitrag geschrieben von Mac am 05.04.2017, 11:15 Uhr
Letzte Änderung: 05.04.2017, 11:15 von Mac.
von  Mac
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Zitat Fen:
...
Lese ich nicht zum ersten mal, dass Mann nicht Mann auf den Mund küssen mag und sich keine Beziehung mit einem Mann vorstellen kann, sondern nur gemeinsamen Sex. Wirkt auf mich kurios, scheint aber verbreitet so zu sein. Ob die im grunde immer noch homophobe, geschlechtsspezifische Erziehung dahinter steckt, die Männer erfahren?...

Hallo Fen,

in dem Zusammenhang fiel mir ein Text ein, den ich gerade erst - beim durchstöbern von neu eingetroffenem Material für das Bi-Archiv - gelesen habe. Es ging um einen Patienten von Ulrich Gooß der etwas durcheinander zu sein schien:
Zitat Ulrich Gooß:
... "Ich bin 36 Jahre alt, seit zehn Jahren verheiratet - ich habe zwei Kinder im Alter von fünf und vier Jahren - seit ungefähr zwei Jahren bin ich in die Schwulenszene geraten - seit einigen Wochen habe ich auch begonnen, mich mit Männern zu küssen, was ich zuvor nie getan habe - jetzt weiß ich nicht mehr, wie es weitergehen soll - bin ich schwul - ist das mit den Männern nur etwas Vorübergehendes, oder bin ich vielleicht bisexuell - Bisexualität, gibt es das überhaupt?" ...
Das kommentiert Gooß folgendermaßen:
... Trotz manifest bisexueller Praxis, hier einem Nebeneinander von Ehe und gelegentlichen, isolierten homosexuellen Kontakten, gelang es ihm über lange Jahre, ein wenn auch fragiles heterosexuelles Selbstbild aufrechtzuerhalten. In genau dem Augenblick aber, als er beginnt sich mit Männern zu küssen, womit er zugleich die Möglichkeit, sich in einen Mann zu verlieben, nicht länger verleugnen kann, bricht dieses Selbstbild und das damit verbundene Lebensarrangement zusammen ...
Quelle: Zeitschrift für Sexualforschung, 1/2003, Ulrich Gooß, "Konzepte der Bisexualität", S.58
Scheint irgendwie die gefühlte "letzte Grenze" zu sein, die einen Mann noch männlich sein läßt.
Eine ähnliche Aussage habe ich vor kurzem persönlich erlebt
... Und ich bin nicht schwul, ich küsse keine Männer! ...
Das nennt sich dann in der Psychologie wohl "Abwehrbisexualität". Kurz: das kleinste "Übel" wählen, um mit dem eigenen Verlangen klar zu kommen.
Ich würde auf die soziale Prägung tippen als Verursacher solcher "Ängste". Und aus meiner Sicht ist ein Mann eher Mann, wenn er solche Gefühle / Wünsche zuläßt. Denn dann ist es ihm egal, was andere Männer / Menschen davon halten.


Bye Mac
Versuche immer das Unmögliche zu erreichen, damit Du das Mögliche erreichst.

Wunsch und Streben nach Veränderung, erfordern Mut und Willen zur Veränderung.
(M. Pflüger, 14.10.2013)
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