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Re:Wer bin ich - Selbstfindung
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Re:Wer bin ich - Selbstfindung
Beitrag geschrieben von Thomas am 08.08.2016, 15:52 Uhr
von  Thomas
 
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Hallo Ina,

Weil ich gerade für fünf Stunden im ICE nach Hamburg sitze, und deshalb nichts besseres zu tun habe, und weil ich mir momentan ein Leben ohne Tastatur ohnehin nicht vorstellen kann, sind meine Antworten etwas länger ausgefallen .

War es schwierig bis an den Punkt zu kommen, wo sich alles richtig anfühlt?

Sehr schwierig sogar. Das lag aber nur zum kleineren Teil daran, dass ich bisexuell bin und viel mehr daran, dass ich noch einen Haufen andere Probleme mit mir herumgeschleppt habe. Als Folge davon habe ich mich dann irgendwann in einem Leben wiedergefunden, das ich nie und nimmer haben wollte, in dem ich fürchterlich unzufrieden war und mir und sämtlichen Leuten um mich herum nur noch etwas vorgespielt habe.
Ich musste also einiges radikal ändern, wenn ich noch etwas vom Leben haben wollte. Das habe ich dann eben Schritt für Schritt getan - eigentlich bin ich noch mittendrin, aber inzwischen habe ich den starken Verdacht, dass man einfach immer mittendrin ist und dass es nie aufhört. Und dabei habe ich eben auch an mir entdeckt, dass ich auf Jungs und Mädels stehe, was für mich damals einfach eine Veränderung von mehreren war. Eine, die sich wie selbstverständlich ergeben hat und sich an diesem Punkt eben genau richtig angefühlt hat. Da hin zu kommen, war wie gesagt ein ziemlicher Kampf, aber das war eben alles sehr mit anderen Aspekten vermischt, die für mich auch erstmal im Vordergrund standen. Deshalb kann ich auch nicht genau sagen, wie es mir ergangen wäre, wenn ich mich nur mit dem Thema Bisexualität hätte befassen müssen.

Und gab es Leute, die auf die Bisexualität offen negativ reagiert haben?

Offen nicht, was zu einem Gutteil wohl auch auch daran liegt, dass ich mir in letzter Zeit passend zu meinem Lebenswandel eben auch den entsprechenden Freundes- und Bekanntenkreis gesucht habe und Verbindungen gekappt habe zu Milieus, in denen ich mich einfach nicht mehr Zuhause fühlte. Das beinhaltet u.a. auch die liebe 'Familie'.

Wie handelt man dann am besten?

Ehrlich gesagt weiß ich das nicht so genau, weil es (zumindest in offener Form) noch nie passiert ist. Kommt wohl auch auf die Situation an. Aber grundsätzlich ist Biphobie ja genauso wie jede andere pauschal gruppenbezogene Diskriminierung (wie z.B. Rassismus, Homophobie oder Islamophobie) einfach nur eine unterschwellig panische Reaktion (bei Hunden würde man so etwas Angstbeißertum nennen), und hat etwas extrem Kleingeistiges.
So wie ich mich kenne, würde ich ganz instinktiv mit demonstrativer Arroganz reagieren. Nicht, dass ich das gut fände, und die beste Reaktion ist das ganz bestimmt nicht - politisch korrekt wäre es wohl, zu argumentieren und den Dialog zu suchen, und ansonsten eben vorzuleben, dass man ja auch nur ein normaler Mensch ist (Ich persönlich finde so etwas ja immer ziemlich erniedrigend.).

- Thomas
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Wer bin ich - Selbstfindung
Hallo ihr Lieben, ich bin mir nicht sicher, ob es das Thema irgendwo schon ausführlich gibt -bestimmt tut es das - aber ich habe nichts aktuelles diesbezüglich ... zum kompletten Beitrag
Papillon92 07.08.2016, 01:46
   
Thomas 07.08.2016, 06:56
   
Papillon92 07.08.2016, 19:33
   
ChrisG 07.08.2016, 22:25
   
Re:Wer bin ich - Selbstfindung
Thomas 08.08.2016, 15:52
   
Fen 07.08.2016, 09:11
   
Besucher 07.08.2016, 09:24
   
EinzigEine 10.08.2016, 07:47
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