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Re:So'n ungutes Gefühl
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Beitrag geschrieben von Thomas am 28.08.2015, 22:30 Uhr
Letzte Änderung: 28.08.2015, 22:34 von Thomas.
von  Thomas
 
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Hallo Mac,

der ganze Fall erinnert mich stark an den BMW-Lehrling, der vor ein paar Wochen durch die Nachrichten ging. Der hat irgendwelche rassistische Hetze über FB verbreitet, BMW hat es gesehen und ihn rausgeschmissen. Auch damals gab es die Diskussion, ob das nicht zu hart sei und ob es nicht besser wäre, zu versuchen, den Betreffenden zu integrieren, um ihn nicht vollends in den Extremismus zu treiben.

Was genau macht dir denn ein ungutes Gefühl? Eher, dass du dir nicht sicher bist, ob Rausschmiss nicht eine zu harte und/oder nicht zielführende Maßnahme ist, oder dieser Anflug von Denunziantentum, der in diesem speziellen Fall hier mitschwingt?

Was die Härte der Reaktion angeht, so bin ich ein leidenschaftlicher Anhänger des Taten haben Konsequenzen - Prinzips. Okay, Rausschmiss ist heftig, schon klar. Aber die Statements, die die beiden abgesondert haben, sind es ja auch. An der Stelle habe ich überhaupt kein Problem.
Das mit dem Denunziantentum sehe ich ein bisschen grenzwertig. Eigentlich finde ich es okay, wenn sich die Gesellschaft als Ganzes geschlossen gegen so einen Mist stellt. M.a.W.: In dem speziellen Fall hier finde ich auch das okay. - Ich weiß natürlich aber auch, wie schnell so ein Shitstorm zum besinnungslosen Volkssport werden kann, bei dem sich dann selbsternannte Gutmenschen künstlich ereifern. Inhaltliche, sachliche Abwägungen gehen in so einer Hexenjagd dann natürlich völlig unter.

Ich habe mir auch gerade den Artikel auf Telepolis durchgelesen. Ganz ehrlich, einen größeren Mist habe ich mir schon lange nicht mehr angetan.
Erst mal ist dieses seltsame Argument, dass EiE die eigene Existenz rechtfertigen muss, insgesamt ziemlich gaga. Ein typisches Null-Argument. Weil dieser Umstand einfach IMMER und auf JEDE Organisation zutrifft, ist es schlicht irrelevant.
Und die Aussage Noch nie gab es in Deutschland eine Zeit, in der Medien, Parteien und Bevölkerung aufs Ganze gesehen so tolerant und homofreundlich sind, wie das heute der Fall ist. ist ja wohl ein schlechter Witz. Im Klartext heißt das wohl: Schwule werden immerhin nicht mehr weggesperrt, worüber beklagen sie sich also. Im Ernst?
Und eines der Hauptargumente gegen das Vorgehen der EiE ist wohl, dass diese jungen, eher charakterschwachen Menschen halt mit allen Mitteln um ein bisschen Aufmerksamkeit buhlen und man das Ganze doch nicht gleich so ernst nehmen sollte. Hatten wir das in ähnlicher Form nicht schon mal?
Und am Schluss wird sogar noch suggeriert, die EiE fördere insgeheim Homophobie, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Ich weiß ja überhaupt nichts über die EiE, aber das ist eine schlichte Unverschämtheit! Und es ist eines der Argumentationsmuster, die die 'Asylgegner' so gerne benutzen: Ín Wirklichkeit ist ja eigentlich die Gesellschaft verantwortlich, weil sie sich nicht ausreichend kümmert. Du musst einfach nur 'Homosexuelle' durch 'Flüchtlinge' ersetzen, dann wird es sofort augenfällig.
Insgesamt finde ich es ziemlich offensichtlich, welche Geisteshaltung bei diesem Artikel die Feder geführt hat. Da ist so ziemlich die ganze Palette von Argumentationsmustern unterwegs, die sonst von den auf gutbürgerlich gebürsteten Rechten kommen.
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So'n ungutes Gefühl
Ich verfolge gerade eine Diskussion, zu der ich selber keine wirkliche Meinung finde. Einerseits 'richtig so', andererseits 'nicht in Ordnung'. In den Kommentaren bei diversen Medien ist von 'jetzt ... zum kompletten Beitrag
Mac 28.08.2015, 00:08
   
Lilly1971 28.08.2015, 16:15
   
Re:So'n ungutes Gefühl
Thomas 28.08.2015, 22:30
   
Mac 30.08.2015, 02:40
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