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Re:Reaktionen auf Outing - eure Erfahrungen?
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Re:Reaktionen auf Outing - eure Erfahrungen?
Beitrag geschrieben von Fen am 18.12.2010, 08:41 Uhr
Letzte Änderung: 18.12.2010, 19:10 von Fen.
von  Fen
 
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leseratte82 schrieb:
Ich hatte mich am Anfang auch gefragt, wie das wohl jetzt für deine Frau ist. Und ich kann es mir so schwer vorstellen, wie das für dich gewesen sein muss, als Frau im Männerkörper.

Bei meiner Frau ist es, denke ich, ein ganzes Bündel von Motiven, das es ihr möglich macht, mit mir als Frau die Ehe weiter zu führen. Das Eingeständnis der eigenen Bisexualität schaffte eine wichtige Voraussetzung. Da steckt aber mehr an Motiven dahinter, denn Sexualität spielt für sie ein untergeordnete Rolle. Sie schätzt an mir menschliche Qualitäten, doch auch das Wohl der Kinder und wirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle.

Die rechtlichen und medizinischen Möglichkeiten ermöglichen es mir einen Kompromis zu finden. Möglich ist eine Angleichung. Eine Umwandlung, von der auch heute noch Fachleute sprechen, ist nicht möglich. Der Konflikt zwischen weiblicher Geschlechtsidentität und Männerkörper ist entschärft, besteht aber letztlich in den Aspekten fort, die nicht änderbar sind. Sehr wichtig und entspannend ist für mich das Leben und die Anerkennung in der weiblichen Rolle und entsprechende körperliche Rückmeldungen und Möglichkeiten. Doch auch dabei setzen Stigmatisierung und Unverständnis immer wieder Grenzen.

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob ich wirklich bisexuell bin. Es ist erst einmal eine Arbeitshypothese für mich und eine einleuchtende Erklärung für Andere. Dazu schreibe ich lieber an anderer Stelle.

leseratte82 schrieb:
Meine Geschlechtsidentität ist so sehr auch mit meinem Körper verknüpft. Ich kann's verstehen, dass es auch anderen schwerfällt, dass zu begreifen.

Wie soll man erklären, wie sich das anfühlt, wenn die Geschlechtsidentität im Kontrast zum körperlichen Geschlecht steht?

Stell dir vor, du wachst eines Morgens auf und hast einen Männerkörper. Das erste, was du merkst ist deine Morgenlatte. Du findest das erst einmal alles ganz interessant. Im Toilettenspiegel betrachtest du dein Bartstoppeln. Hast ja gesehen, wie andere das machen und ist ja auch eine tolle Erfahrung mit Rasierschaum im Gesicht. So setzt sich der Tag fort. Viele neue Erfahrungen. Interessant, witzig oder auch nervig. Mal ein ganz neues Erleben, wie Männer unter sich so sind. Du merkst aber auch, dass in vielen Aspekten dein Frausein eine große Distanz zwischen dir und anderen Männer schafft. Manches bleibt dir bei Männern unverständlich, manches empfindest du als abstoßend. Der Tag ist zu Ende und du legst dich hin. Morgen, wenn du aufwachst ist der Spuk vorbei. Dann wachst du auf und bist immer noch Mann.

Vielleicht hast du jetzt zumindest ein Ahnung, was es bedeutet mit einer weiblichen Geschlechtsidentität in einem Männerkörper zu leben.

Üblicherweise sind geschlechtliche Identität und körperliches Geschlecht deckungsgleich. Sie haben sich passend zueinander entwickelt. Die Vorstellung ist, das körperliche Geschlecht bestimmt die geschlechtliche Identität. Da gibt es aber außer Menschen, wie mir, noch Intersexuelle und Zwitter und Menschen, die eine geschlechtliche Co-Identität entwickeln. Die tragischen Fällen von körperlichen Zwangsanpassungen bei Intersexuellen und Zwittern machen deutlich, die geschlechtliche Identität entwickelt sich unabhängig vom körperlichen Geschlecht.

Bei Menschen, wie mir, gibt es eine Reihe von Theorien, Lehrmeinungen über das Entstehen der Abweichung vom Üblichen. Keine kann für sich in Anspruch nehmen, bewiesen zu sein. Immerhin ist die Fachwelt überwiegend zur Erkenntnis gekommen, dass da nichts an der geschlechtlichen Identität zu therapieren ist, und so wird heute in der Praxis der therapeutischen Begleitung eine Ausschlussdiagnose gemacht. Selbst das steht in der Kritik, weil sich einige Ausschlusskriterien im Laufe der Zeit ihrerseits als untauglich erwiesen haben. Aktuelles Beispiel dafür ist Borderline, dass nicht mehr zwingend als Ausschlusskriterium gesehen wird.

Mal eine ganz andere Sicht auf das Phänomen: http://atme-ev.de
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