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Re:Meine probleme
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Re:Meine probleme
Beitrag geschrieben von Thomas am 24.04.2017, 12:53 Uhr
von  Thomas
 
Fake- Check: 2 FV LLL'ler haben Thomas  als echten User eingestuft.
 


Hallo Rodirik,

auch von mir ein herzliches Willkommen auf LLL.

Tja, warum gibt es etwas und nicht nichts?

Die komplizierte Antwort: Weil die Evolution Organismen mit so hochkomplexen Gehirnen hervorgebracht hat, dass sie Leerlauf nicht ertragen können und sich stattdessen aus Langeweile solche überflüssigen Fragen stellen.

Aber im Prinzip lässt es sich auf eine gute und eine schlechte Nachricht herunterbrechen.
Die schlechte: Das Leben ist sinnlos.
Die gute: Es ist trotzdem lebenswert. Und wie.

Es macht keinen sinn weshalb es Leben gibt. Man wird geboren hat ein mehr oder weniger gutes leben und schaut früher oder später dem graß von unten beim wachsen zu.

Gute Zusammenfassung, im Wesentlichen ist es das. Du hast nur vergessen zu erwähnen, dass das Leben zwischen Geburt und Tod unglaublich viel Spannendes und Erfüllendes bereithalten kann. Nur musst du selber danach suchen. Religionen, Materialismus oder sonst irgendwelche Ideologien werden dir da nicht weiterhelfen und dir höchstens falsche Versprechungen machen.

Mein Leib- und Magenphilosoph, der Franzose Albert Camus, hat es 1942 so beschrieben:
Dann stürzen die Kulissen ein. Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik, Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, immer derselbe Rhythmus - das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das 'Warum' da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.

Was dann anfängt, ist, dass du ohne falsche Illusionen dein eigenes Leben in Freiheit und Würde leben kannst: Es gibt kein Schicksal, das durch Verachtung nicht überwunden werden kann. Camus vergleicht den Menschen mit der mythologischen Figur des Sisyphos, dem Inbegriff der Sinnlosigkeit. Und er kommt zu dem Schluss: Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.

So zu leben, ist ziemlich anstrengend, oft frustrierend, manchmal erscheint es auch einfach hoffnungslos. Aber dann gibt es dazwischen immer wieder diese Momente - manchmal sogar längere Phasen -, die einfach nur grandios sind und für die sich das alles dann wieder lohnt.

Ok, das war das philosophische Proseminar (oder der pseudo-akademische Klugschiss, was dir lieber ist). Was die eher lebenspraktischen (und deshalb unendlich viel wichtigeren) Fragen angeht, so hat mein Vorredner Panthera eigentlich schon alles gesagt, was mir an dieser Stelle auch eingefallen wäre.

Nur so viel vielleicht noch:
- Ich war schon jenseits der 30, bevor ich mich mal zu einer regelmäßigen Tätigkeit aufraffen konnte.
- Schiss habe ich ständig, jeden Morgen. Aber das hilft ja nicht weiter.
- Und super-wichtig: Such' dir unbedingt jemanden, mit dem du reden kannst. Das Allerschlimmste ist das Gefühl, mit seinen Problemen allein zu sein.

- Thomas
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Meine probleme
Dieser beitrag passt zwar nicht wirklich in dieses Forum ich weiss allerdings leider nicht wo ich sonst damit hingehen soll. Im Famillien und freundes kreis habe ich niemanden so ... zum kompletten Beitrag
Rodirik 23.04.2017, 23:44
   
Panthera 24.04.2017, 07:19
   
Fen 24.04.2017, 07:42
   
Re:Meine probleme
Thomas 24.04.2017, 12:53
   
Ruhrpottler 20.06.2017, 14:20
   
frato 20.06.2017, 15:09
   
Mathilda 21.06.2017, 23:28
   
frato 22.06.2017, 11:05
   
Lilith 30.04.2017, 18:37
   
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Rodirik 18.06.2017, 02:29
   
regulator 02.07.2017, 23:15
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