Bi- Forum
Re:Mein Sohn
Zum Ende gehen
 
Re:Mein Sohn
Beitrag geschrieben von Nevermore am 23.02.2015, 18:09 Uhr
von  Nevermore
Fake- Check: Die FV LLL'ler können dies bisher nicht ausschließen.
Partner_innen


Liebe Nessa,
da du mich direkt ansprichst, will ich dir gern antworten

Zitat Nessa:
Wie würdest du denn damit umgehen, wenn dein nun noch kleiner Sohn eines Tages.......?!
Du bist natürlich in einer anderen Ausgangsposition und bestimmt schon aufgrund dieser Tatsache gewappnet.
Dennoch: Wäre es dir tatsächlich völlig einerlei, wenn die Schwiegertochter männlich wäre?
47 bist du. Also gehörst du auch der Generation an, die noch mit anderen Werten und Normen aufgewachsen ist, als es heute beinahe die Regel ist. Kann man dieses Gedankengut einfach abschütteln?
Bei aller Lockerheit fällt mir dies recht schwer. Vor allem auch dann, wenn die eigenen Eltern noch leben.
Mir graut bei dem Gedanken an den Moment, wenn herauskommt, dass der geliebte Enkel einen Mann liebt. Die alten Herrschaften fragen schon dauernd, wann der Junge denn mal eine Freundin mitbringt

Nein, "einfach" ist es nie, althergebrachte Vorstellungen aus seinem Kopf zu verbannen. Aber es befreit ungemein, wenn man es schafft.
In der Tat habe ich vielleicht einen etwas leichteren Stand, wenn es um meinen eigenen Sohn ginge. Seine beiden Eltern sind "bisexuell" (von seinem Vater weiß er es allerdings nicht), trotz aller Meinungsverschiedenheit wäre also gesichert, dass beide Elternteile ihn verstehen würden. Wir haben im Freundeskreis etliche lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle Freunde, und ich habe ihm schon früh erklärt, was es damit auf sich hat. Mein Sohn wirkte schon als Kleinkind eher feminin, spielte mit Puppen UND Autos (nur so als Klischee-Beispiel) und nennt bis heute bei weitem nicht alle "typischen" Jungs-Vorlieben und Verhaltensformen sein Eigen. Schon als er klein war und mit seinem rosa Puppenwagen übern Spielplatz hetzte, wurde ich gefragt (von einer wesentlich jüngeren Mutter!): Was sagt denn der Papa dazu, dass der Junge mit Puppen spielt? Ich sagte: Na der wird ihm vielleicht erzählen, welche SEINE Lieblingspuppe war - das Fußballspielen, Bäumeklettern und Raufen kann er dann von mir lernen Und als eine alte Dame mich fragte: Haben Sie denn keine Angst, dass das Kind mal schwul wird (allein schon: WIRD!)?, da sagte ich nur: Das Einzige, wovor ich Angst hab, wäre, dass mein Kind krank oder unglücklich wird.
Ja, ich denke, ich würde bedingungslos zu ihm stehen und einen Schwiegersohn genauso akzeptieren wie eine Schwiegertochter (NICHT aber ein A...loch, welchen Geschlechts auch immer, an seiner Seite ) - und ich würde zum Tier werden, wenn jemand anderer (und seien es die Großeltern) ihn deswegen scheel anguckt. Ich habe auch sofort eingegriffen, als der Opa ihn vom vermeintlichen Linkshänder zum Rechtshänder umerziehen wollte, weil das angeblich wider die Natur sei (der Opa war seinerzeit selber von links auf rechts umgeprügelt worden ...). Ok, niemand ist ganz frei von Vorurteilen und Blockaden im Kopf - würde mein Kind mir eröffnen, es fühle sich als Mädchen, nicht als Junge (auch das Thema hatten wir mal ne Weile), dann würde ich vielleicht schon ein paarmal trocken schlucken - aber nur, weil ich bange wäre wegen des schweren Weges (und medizinischen Schritte usw.), der meinem Kind bevorstünde. Aber ich würde es trotzdem in allem unterstützen, begleiten und lieben lieben lieben. Mein Kind bleibt mein Kind, egal welches Geschlecht es hat oder im Bett und in der Liebe bevorzugt
Im Moment sieht es so aus, als hätte mein Sohn sein Ich als (wenngleich "untypischer") Junge gefunden und würde auf Mädchen abfahren. Aber wer weiß schon, was morgen ist oder in ein paar Jahren?
Das Einzige, was man tun kann, ist, dem Kind das Gefühl geben, "Ich bin für dich da, egal was ist" - und es zur Toleranz in jeder Hinsicht erziehen. Mein Sohn hat lange massiv drunter gelitten, dass sein Vater und ich uns getrennt haben. Und ich habe ihm einiges an Toleranz abverlangt (ja, das geht auch so rum ), als ich ihm gezeigt habe, dass ich nun (seit 3 Jahren) eine Frau an meiner Seite habe. Aber die liebt er inzwischen heiß und innig - und wenn jemand was dagegen hat, dass seine Mutter eine Frau liebt, sagt er nur: Der soll sich mal schön raushalten und um seinen eigenen Kram kümmern

Ich denke, auch in eurer Situation hilft wie überall: REDEN. Im Dialog bleiben, nah bleiben. Lasst euch Zeit. Auch Eltern sind nicht perfekt, und manchmal rührt es Kinder auch sehr, das gezeigt zu bekommen Ich drück euch alle Daumen!
Kein öffentlicher Schreibzugriff erlaubt, bitte erst registrieren!
      Themen Autor Datum
   
Mein Sohn
Hallo ihr Lieben! Erst einmal: klasse, dass es euch gibt! Ich habe ein Problem, das mich sehr beschäftigt, und mit dem ich irgendwie nicht zu Rande komme. Mein ... zum kompletten Beitrag
Nessa 20.02.2015, 16:03
   
sarahbuttercup 20.02.2015, 23:45
   
Nessa 21.02.2015, 09:54
   
helmut 21.02.2015, 11:03
   
Nessa 21.02.2015, 15:40
   
Nevermore 22.02.2015, 12:32
   
Nessa 22.02.2015, 17:19
   
Besucher 22.02.2015, 19:03
   
Nessa 22.02.2015, 22:29
   
kichererbse 23.02.2015, 00:28
   
Nessa 23.02.2015, 19:14
   
Besucher 23.02.2015, 23:07
   
Nessa 24.02.2015, 13:46
   
Fen 22.02.2015, 23:45
   
Nessa 23.02.2015, 19:20
   
Re:Mein Sohn
Nevermore 23.02.2015, 18:09
   
Nessa 23.02.2015, 19:00
   
Nevermore 23.02.2015, 21:52
   
Nessa 24.02.2015, 13:39
   
EinzigEine 23.02.2015, 05:42
   
Nessa 23.02.2015, 18:42
   
EinzigEine 24.02.2015, 05:23
   
Nessa 24.02.2015, 13:55
   
EinzigEine 24.02.2015, 18:17
   
Nessa 25.02.2015, 22:02
Zum Anfang gehen