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Re:Ich blase Trübsal, und die Trübsal bläst zurück...
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Beitrag geschrieben von Thomas am 26.08.2015, 20:19 Uhr
von  Thomas
 
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Hallo Astrid,

das mit der Hobby-Psychologie ist schon okay. Hab' ich ja selber sehr gut drauf...

Auch wenn's vielleicht so 'rüber kam: ich bin so gar kein Workaholic - Arbeitsstress ist für gewöhnlich nichts, was mir groß Kopfzerbrechen bereitet. Als Freiberufler arbeite ich sogar deutlich weniger als jemand, der in einem Angestellten-Verhältnis ist. Wenn ich sage, ich habe den ganzen Tag Programm gemacht, dann meine ich damit auch Dinge wie 'den Bauch in die Sonne strecken', ins Kino/auf Konzerte gehen oder sich mit jemandem treffen. Aber prinzipiell hast du natürlich schon recht: Ich habe mir die Tage deshalb so voll gepackt, um ständig beschäftigt zu sein und nicht so viel zum Nachdenken zu kommen.
Ein bisschen Grübeln muss natürlich sein und ist gesund, aber nicht zu viel. Das führt nur zu schlechter Laune, Depressionen und Antriebslosigkeit. Außerdem hilft es genau gar nicht weiter, in keinerlei Hinsicht. Wirklich, ich hab's ausprobiert, jahrelang.

Und ja klar, die Arbeit macht auch Spaß und bringt jede Menge Bestätigung. Im Idealfall komme ich in das, was die Psychologen 'Flow' nennen, und außerdem bin ich inzwischen doch recht angesehen als Software-Entwickler und werde eigentlich bei allen wichtigen Fragen immer konsultiert. So was pampert das Selbstwertgefühl natürlich enorm ...

Aber der andere Aspekt, den du ansprichst, wird mir irgendwann noch richtig zu schaffen machen: Ich hasse es, dass ich manchmal Hilfe brauche. Und wenn jemand ungefragt bei etwas helfen will, bei dem ich überhaupt keine Hilfe brauche und auch nicht darum gebeten habe, reagiere ich mitunter richtig genervt oder sogar aggressiv. Ich habe mal ein paar Jahre lang als Betreuer gearbeitet, und in meiner Vorstellung bin ich immer noch der, der den Rollstuhl schiebt, und nicht der, der drin sitzt.

Insgesamt liegst du mit den Mechanismen, die du beschreibst, ziemlich richtig. Das sind halt so Strategien, mit denen ich meinen Alltag bewältige. Die sind an sich auch nicht problematisch. Es ist halt nur immer wieder heftig, wenn ein Projekt zu Ende geht und dieser Alltag dann komplett zusammenbricht. Das ist jedesmal ein bisschen wie vor die Wand zu laufen.

Deshalb könnte mir ein Psychologe momentan auch nicht groß weiterhelfen. Nicht immer nur gutgelaunt in die Welt zu gucken, ist in meiner Situation wohl eher ein Zeichen von geistiger Gesundheit. Und die wirklichen Krisen kommen ja erst noch in ein paar Jahren. Momentan habe ich zwar Probleme mit Gehen/Gleichgewicht, fühle mich sonst aber körperlich pudelwohl, bin komplett selbständig und fahre auch noch Auto und all so was. Will sagen: Aktuell sind es eigentlich eher die doch recht trüben, aber noch nicht konkreten Aussichten, die mir schlechte Laune bereiten, und weniger die aktuelle Situation.

Aber so lange die Sonne scheint, ist das alles auszuhalten...

- Thomas
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Ich blase Trübsal, und die Trübsal bläst zurück...
Jetzt sitz' ich hier, ich armer Tor - und kann gar nichts: Bin hier gerade am Schreibtisch (Schreibtisch, weil das momentan der Ort in meiner Hütte ist, der noch ... zum kompletten Beitrag
Thomas 17.08.2015, 12:24
   
Fen 17.08.2015, 15:09
   
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Re:Ich blase Trübsal, und die Trübsal bläst zurück...
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