Bi- Forum
Re:Finden der eigenen Identität
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Beitrag geschrieben von Panthera am 29.06.2017, 09:40 Uhr
von  Panthera
 
Fake- Check: Die FV LLL'ler können dies bisher nicht ausschließen.
 


Herzlich willkommen erst mal hier, regulator.

Zunächst möchte ich einmal klar stellen, dass dein Problem nicht deine Bisexualität ist. Dass du bi bist, ist genauso normal wie hetero oder homosexuell zu sein. Okay, der Anteil Bisexueller in unserer Gesellschaft mag vielleicht geringer sein (und selbst da kann man sich nicht unbedingt sicher sein. Darf man dem Kinsey-Report und anderen ähnlichen wissenschaftlichen Studien glauben schenken, dann ist dier überwiegende Mehrheit der Menschheit mehr oder weniger im bisexuellen Bereich einzuordnen) als der von heterosexuellen Menschen, aber das bedeutet noch lange nicht, dass Bisexualität in irgendeiner Art und Weise unnormal sein. Es ist weder krankhaft noch abartig und sogar in der Natur weit verbreitet. Bei unseren nächsten Verwandten, den Bonobos, sind sogar annähernd 100 % bisexuell orientiert, bisexuelles Verhalten findet man bei Walen ebenso wie bei Giraffen.
Mach dir also klar, dass du nicht "unnormal" bist oder damit ein "schweres Los" gezogen hättest. Es ist schlicht eine Laune der Natur und ein Teil von dir, den du dir nun einmal nicht aussuchen kannst.

Dein Problem besteht also aus meiner Sicht viel eher darin, dass du deine Bisexualität nicht akzeptieren kannst. Mir scheint, dass du auch ganz allgemein nur recht wenig Selbstvertrauen hast und dass du dir Druck machst, weil du mit 23 immer noch Jungfrau bist.
Mach dir nicht so viel Stress, es gibt kein Alter, in dem man unbedingt defloriert worden sein muss, also mach dir keine Gedanken und lass es einfach auf dich zukommen. Und versuche, ein wenig mehr aus dir heraus zu gehen. Denn wie solltest du denn ein nettes Mädchen oder einen Jungen kennenlernen, wenn du dich ständig zurückziehst?

Zu der Frage, wie du mit deiner Sexualität umgehen solltest, kann ich dir nur raten: wichtig ist erst mal, dass du es für dich selbst akzeptierst. Bedenke, dass du dich vor anderen deswegen nicht rechtfertigen musst. Es besteht kein Zwang dazu, sich zu outen. Was deine Eltern anbelangt, kannst du, falls du den Wunsch verspürst, dich natürlich outen. Auch wenn deine Eltern damit vielleicht angedeutet haben, dass sie nicht so glücklich wären, wenn du plötzlich mit einem Mann ankämst, heißt das noch lange nicht, dass dem auch wirklich so sein muss. Wenn es das eigene Kind betrifft, sind erstaunlich viele Eltern plötzlich viel offener eingestellt. Ich meine, du bist schließlich ihr Kind und sie lieben dich, daran kann auch deine Sexualität nichts ändern. Was das Berufsumfeld betrifft, nun, wie gesagt musst du dich nicht für deine Sexualität rechtfertigen. Wenn es also wirklich so sein sollte und in deinem beruflichen Umfeld alternative Sexualitätskonzepte nicht akzeptiert werden, dann würde ich einfach nicht mit ihnen darüber reden. Das geht deine Kollegen sowieso nichts an.

Ich muss gestehen, dass es bei mir selbst auch einige Zeit gebraucht hat, meine Sexualität zu akzeptieren. Anfangs hatte ich es als reine pubertäre Neugierde abgetan. Als sich herauskristallisiert hat, dass es nicht nur eine Phase ist, die schon wieder vorbei gehen würde, habe ich schon einige Zeit gebraucht, bis ich für mich selbst festgemacht habe: "jawohl, ich bin bi." Es war allerdings nie so, dass ich mir lieber gewünscht habe, hetero zu sein, sondern hat einfach eine Weile gebraucht, bis ich mich dazu überwinden konnte, mich selbst als bisexuell zu bezeichnen.
Mittlerweile habe ich aber keine Probleme mehr, dazu zu stehen. Das heißt nicht, dass ich irgendwo ein Schild mit mir rumtrage oder mir auf die Stirn tätowiert habe, dass ich bi bin oder ich es bei jedem Kontakt, den ich neu knüpfe, erwähne. Aber wenn ich danach gefragt werde, dann macht es mir heute keine Probleme mehr, zuzugaben, dass ich nun mal auf Frauen und Männer stehe.
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