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Fruchtfliegen, Bisexualität und Intelligenz
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Der englische Original-Artikel "Bisexual Fruit Flies Show New Role for Neurochemical" ist unter: http://www.newswise.com/articles/view/526253/ zu finden.
Quelle ist die University of Illinois at Chicago http://www.news.uic.edu

Als hätten wirs nicht schon immer gewußt
Viel Spaß beim lesen!

Bisexuelle Fruchtfliegen zeigen neue Rolle einer Neurochemischen Substanz

Wissenschaftler der Universität Illinois in Chicago fanden heraus, dass die Fähigkeit von Fruchtfliegen, das eine Geschlecht vom anderen zu unterscheiden, von der Anzahl der Rezeptoren auf der Oberfläche von Nervenzellen abhängen könnte und die Anzahl dieser Rezeptoren von der umgebenden Gehirnchemie gesteuert wird.

Alles, von der Aufnahmefähigkeit, der Fähigkeit sich zu konzentrieren und wahrzunehmen bis hin zu degenerativen Krankheiten wie Amyotische laterale Sklerose, Muskeldystrophie, Posttraumatische Stress-Syndrome und Schizophrenie wird von der Anzahl der Rezeptoren auf den Nervenzellen beeinflusst. Je mehr Rezeptoren jede Zelle an ihren Kommunikationspunkten oder Synapsen hat, umso besser werden Nachrichten durch das Gehirn transportiert.

Ein UIC-Forscherteam unter der Leitung von David Featherstone, Assistenzprofessor der Biowissenschaften, hat entdeckt, dass die Anzahl der Rezeptoren von der Menge Glutamat im Gehirn kontrolliert wird. Aber es ist nicht das selbe Glutamat, an das die meisten Neurowissenschaftler denken - der Neurotransmitter, der sich als Nachrichtenpaket durch die Synapsen bewegt.
Stattdessen ist es was Featherstone "Umgebendes Extrazelluläres Glutamat" nennt, welches das Nervensystem umgibt und im Allgemeinen ignoriert wird, weil niemand wußte woher es kommt oder was es tut.

Jahrelang haben Wissenschaftler das Glutamat nicht als Schlüsselneurotransmitter erkannt, einfach weil so viel davon vorhanden ist.

"Es ergab keinen Sinn," sagte Featherstone. "Man dachte dass Glutamat nicht zum Transport von Informationen taugen würde, weil es zu viel 'Glutamat-Hintergrundrauschen' im Gehirn gibt. Nun stellt sich heraus, dass dieses Hintergrundrauschen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Informationsflusses spielt."

Featherstone und sein Forschungsteam fanden heraus, dass Gliazellen die Quelle des Überschusses an Umgebendem Glutamat sind. Zusammen mit den Neuronen füllen diese noch kaum verstandenen "Stützzellen" das Gehirn.

Das Team entdeckte Proteine in Fruchtfliegen-Gliazellen, die die Menge des Umgebenden Glutamates im Gehirn regulieren. Diese "xCT" genannten Transporterproteine pumpen Glutamat aus den Gliazellen.

"Wenn wir das Protein verändern, erhalten wir weniger Umgebendes Extrazelluläres Glutamat, mehr Glutamat-Rezeptoren und dadurch einen stärkeren Informationsfluss in den Synapsen," sagte Featherstone.

Die genetische Veränderung machte die Fliegen bisexuell, was ihn dazu brachte, das Gen "Genderblind" zu nennen.

"Die Mutanten sind komplett bisexuell, aber fruchtbar. Es ist das erste Gen, das wirklich ausschließlich homosexuelles Verhalten betrifft, ohne das heterosexuelle Verhalten zu beeinflussen." sagte er.

"Der Versuch, die Bisexualität von Fliegen zu verstehen hört sich vielleicht verrückt an, aber diese Verhaltensänderung sind ein wichtiger Beweis, dass das Umgebende Extrazelluläre Glutamat und xCT Transportproteine eine wichtige und unerwartete Rolle in der Funktionsweise des Gehirns spielen," sagte Featherstone. "Wir glauben, dass wir eine Menge über Wahrnehmung und Entwicklung lernen können indem wir herausfinden, was genau in diesen Fliegen vor sich geht.
Es ist erstaunlich wie viele biomedizinische Durchbrüche aus unerwarteten Richtungen gekommen sind."

Die Entdeckung wurde in der Ausgabe vom 27. Dezember des Journal of Neuroscience veröffentlicht.
Featherstones Co-Autoren sind der Medizinstudent Hrvoje Augustin, die Doktoranden Yael Grosjean und Kaiyun Chen sowie Labortechniker(in?) Qi Sheng.

Die Finanzierung kam von der Muskuläre Dystrophie-Gesellschaft.
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