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Einsam, Zweisam, Dreisam...
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Einsam, Zweisam, Dreisam...
Beitrag geschrieben von mari72 am 10.05.2015, 00:58 Uhr
von  mari72
 
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Ihr Lieben, klingt jetzt, was ich sehr hoffe, nicht nach Klagemauer, aber wieder mal seid ihr für mich hier eine Art Familie mir der ich teilen kann was mich bewegt. Kurze, leider nicht schmerzlose Zusammenfassung: Meine Liebste ist grade auf einer Party bei einer lieben gemeinsamen Freundin, zu der ich eingeladen war, aber nicht mitkommen konnte, weil mein Ex den Abend freihaben wollte um sich mit einer Frau für Sex zu treffen, die ihm nichts bedeutet.

Toll

Ich hatte hier bis 23 Uhr Kindertrubel, ja, es war schön und wir hatten Spaß, daran rühre ich nicht. Nun aber schlafen sie alle, ich dagegen bin hellwach, meine Liebste meldet sich nicht, unten vorm Haus tobt das Leben (wohne gegenüber einer netten Kneipe) und ich bin wieder reingeworfen in meine Einsamkeit, die mein ständiger Begleiter ist.

Ich will gar nicht darauf hinaus, daß ich mir ja den Abend auch frei hätte organisieren können - es geht mir darum, wieso das Thema "Gemeinschaft" in meinem Leben immer noch eine so große Baustelle ist. Gestern abend war ich eingeladen bei einer Freundin (diesmal ohne meine Kinder), wir haben mit so 6,7 Leuten zusammen gekocht, gegessen, gelacht, erzählt. Ich habe mich wie ein Fisch im Wasser gefühlt, und ich war traurig allen Adieu zu sagen. Am liebsten hätte ich heute wieder so einen Abend erlebt, ich liebe solche Zusammenkünfte einfach. Habe zwei Versuche gemacht mich noch zu verabreden in besagter Kneipe wenn die Kinder schlafen, aber leider Absagen bekommen. War wohl einfach zu kurzfristig. Jetzt bin ich im altbekannten Modus "alle erleben jetzt was und ich bin ausgeschlossen"... das liest sich vielleicht grad so locker-satiremäßig, ist aber in Wirklichkeit ein Gefühl großer Verzweiflung. Es bringt mich regelmäßig dazu zu sagen: ich mach das nicht mehr, ich lebe so nicht mehr. Ich muss das ändern, sofort morgen, ich halte das keinen Tag mehr aus. Ich bin ein absoluter Familienmensch, und seit der Trennung vor dreieinhalb Jahren probe ich das Alleinleben, aber ich komme damit nicht zurecht. Würde wahrscheinlich kaum jemand von mir denken, das sieht nach außen alles so gut organisiert und harmonisch aus, ist es ja auch auf eine Art. Dieses innere stille Leiden merkt man halt kaum oder gar nicht.

Und es ist ja nicht so wie mit anderen Dingen, wenn ich morgen mit dem Rauchen aufhören wollte, meine Ernährung umstellen wollte, neue Möbel kaufen oder so was, dann könnte ich das einfach tun. Das Alleinleben kann ich so schnell nicht in ein Gemeinschafts- und Familienleben umswitchen. Die Fernbeziehung wird noch eine ganze Weile so weiterlaufen, auch da gibt es keine schnellen Entscheidungen (und das würde ich auch nicht wollen und mache da keinen Druck).

Ich versuche das in guten Momenten als eine spirituelle Übung zu sehen. Daß es kein Zufall sein kann, daß diese Verzweiflung noch in meinem Leben ist. Dann kommt mir der Gedanke, daß ich vielleicht lernen soll, mit mir allein besser klarzukommen. Ich kenne auch Leute die es geniessen so viel für sich zu sein. Dann frage ich mich ob ich das vielleicht noch nicht so gut kann - und dann kommt mir das wieder absurd vor, weil ich genau so Zeiten kenne in denen ich totale Freude daran habe, mit mir allein zu sein. Es ist nur keine Balance da, ich bin viel zu viel alleine. Weil ich keinen festen Job habe, verstärkt sich das noch. Da bin ich grade auch wieder dran, Bewerbungen zu schreiben und endlich mal wieder raus in die (Arbeits-)Welt zu gehen. Wäre bestimmt sehr gut grade für mich.

Uff, jetzt ists doch so viel geworden, danke für´s Lesen falls jemand so weit gekommen ist.

Herzlichst,
mari
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